Auf ruhigen Wegen geht es von der Donau durch die sanft ansteigenden, weiten
Flusstäler der Iller, Günz, Kammel und Zusam den Allgäuer Alpen
entgegen. Die Landschaft des Alpenvorlandes mit bunten Wiesen und Wäldern
ist geschmückt mit den barocken Kirchen Bayerisch-Schwabens. Entdecken
Sie die Wunder der Natur im Naturpark „Augsburg-Westliche Wälder”
und entlang der Flussläufe in Biotopen und Flussauen, an Stauseen und im
Naturschutzgebiet „Donaumoos”.
Aber auch kulturell kommen Sie auf Ihre Kosten: Die pulsierende Hauptstadt Bayerisch-Schwabens
Augsburg, in der vor allem die Fugger ein beeindruckendes Erbe hinterlassen
haben und das malerisch an der Donau liegende Ulm mit dem höchsten Kirchturm
der Welt warten genauso auf Ihren Besuch wie die schmucken Städte Memmingen,
Günzburg, Dillingen, Donauwörth oder Mindelheim. Besonders sehenswert
sind die mächtigen barocken Klosteranlagen in Ottobeuren und Wiblingen.
Eine Erholung der besonderen Art sollten Sie sich in einem der Kneippbäder
in Bad Grönenbach, Bad Wörishofen oder Ottobeuren gönnen.
Entspannen und erholen Sie sich vom Alltagsstress auf einer Radtour durch die
Heimat des berühmten Pfarrers Kneipp.
Präzise Karten, verlässliche Routenbeschreibungen, Stadt- und Ortspläne,
Hinweise auf das kulturelle und touristische Angebot der Region und ein umfangreiches
Übernachtungsverzeichnis - in diesem Buch finden Sie alles, was Sie für
eine Radtour zwischen der Donau und dem Allgäu brauchen.
In diesem Buch sind 8 einzelne Radwege, die sich in dem Gebiet zwischen Donau
und Allgäu befinden, jeweils mit eigenen Karten und ausführlichem
Routentext beschrieben. Zusammen ergeben Sie ein Netz, in dem Sie sich beliebige,
kleine und größere Rundtouren zusammenstellen können. Vom Allgäu
zur Donau verlaufen die Fluss-Radwege an Iller, Günz, Kammel, Zusam und
die Romantische Straße am Lech in Nord-Süd-Richtung. Im Norden beginnen
bzw. enden diese fünf Radwege auf dem Donau-Radweg, im Süden enden
bzw. starten vier dieser Radwege auf dem Kneipp-Radweg. Die Route Augsburg-Dillingen
stellt eine Verbindung von der Romantischen Straße zum Donau-Radweg dar,
wobei der Zusam-Radweg gekreuzt wird.
Das Gebiet wird grob von den Städten Ulm, Donauwörth, Augsburg, Kaufbeuren und Memmingen begrenzt. Bis auf Kaufbeuren enden bzw. beginnen in diesen Städten jeweils mehrere Radwege, genauso wie in Günzburg und Mindelheim. Diese Städte sind zusätzlich Kreuzungspunkte der Bahnlinien in dieser Region und eignen sich deshalb besonders gut als Ausgangsort für mehrere Rundtouren. Sie können die Radwege beliebig verknüpfen und auch die Bahnlinien lassen sich gut mit einbeziehen, schließlich ist in dieser Region die Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen kostenlos!
Insgesamt betragen die Routenlängen der in diesem Buch erfassten 8 Routen
580 Kilometer.
Die einzelnen Routen sind zwischen 49 und 96 Kilometer lang. Desweiteren sind
160 Kilometer an Verbindungswegen und Alternativen beschrieben.
Wegequalität: Ein Großteil der Wege verläuft auf ruhigen Nebenstraßen
und auf Radwegen, die zur Hälfte straßenbegleitend an befahrenen
Staats- und Bundesstraßen verlaufen. Zwischen 10 und 20 % der Strecken
verlaufen bei den 8 Radwanderwegen auf gekiesten Feld- und Waldwegen, die bis
auf wenige kurze Wegstücke sehr gut zu befahren sind.
Verkehr: Meistens radeln Sie auf wenig befahrenen Nebenstraßen, auf Feld-
und Waldwegen und auf Radwegen. Bis auf zwei Ausnahmen von jeweils ca. 10 Kilometer
Länge radeln Sie zwischenzeitlich nur kurz, d.h. bis zu 500 Metern
auf befahrenen Land- und Bundesstraßen.
Steigungen: Da die meisten der in diesem Buch beschriebenen Radrouten entlang von Flussläufen führen, kommen auf Sie nur geringe Steigungen von einer Länge unter 500 Metern zu. Beim Kneipp-Radweg sind ein paar steile Anstiege und einer zu Beginn des Zusam-Radweges zu bewältigen.
Die 8 Radwege sind bis auf den von Augsburg nach Dillingen gut ausgeschildert.
Sie haben jeweils eine eigene Beschilderung, oft mit einem wiedererkennbaren
Logo und teilweise mit Entfernungsangaben zum nächsten größeren
Ort. Auf der Route von Augsburg nach Dillingen gibt es immerhin einige Radwegweiser
von Ort zu Ort.
Eine ausführlichere Streckencharakteristik zu den einzelnen Radwegen finden
Sie zu Beginn jedes Radweges!
Grundsätzlich ist jeder Radweg in beiden Richtungen befahrbar. Im Buch ist jedoch immer nur eine Richtung textlich beschrieben. In welche Richtung Sie fahren, sollte von Ihrer Kondition und Ihren weiteren Reiseplänen abhängig sein.
Dieser Abschnitt des Donau-Radweges zwischen Ulm und Donauwörth
hat sowohl kulturell als auch an Natur einiges zu bieten.
Ulm mit seinem malerischen an der Donau gelegenen Fischerviertel und dem gotischen
Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt ist der Startpunkt dieser
Radreise an der Donau.
Das Donautal von Ulm nach Donauwörth ist weit und flach. Im Donauried laden
saubere Badeseen ein und Sie durchstreifen etliche Feuchtbiotope, in denen eine
reiche Pflanzen- und Tierwelt erhalten geblieben ist.
Die alten Residenzstädte entlang des Donauufers locken mit ihren historischen Stadtkernen. In Städten wie Günzburg, Dillingen oder Höchstädt können Sie sich an den prachtvollen Barock- und Renaissancebauten sattsehen. Auch wenn der Radweg Sie nicht immer durch die alten Fürstenstädte führt, ein Abstecher lohnt sich in jedem Fall. Die alte freie Reichs- und Handelsstadt Donauwörth bildet einen würdigen Abschluss dieser Tour.
Auf diesem unteren Abschnitt des Iller-Radweges (der in Oberstdorf in den Allgäuer Alpen beginnt und eine Gesamtlänge von 160 Kilometern hat) zwischen Bad Grönenbach und Ulm erleben Sie den gebändigten Alpenfluss mit seinem frischen, bläulichen Wasser aus nächster Nähe. In gemütlicher Fahrt auf ebenen Wegen haben Sie genügend Zeit ohne sich auf irgendwelche Ortsdurchfahrten konzentrieren zu müssen, die Musik, die Farbe und den Geruch des Flusses auf sich wirken zu lassen.
Ein Abstecher nach Memmingen, oder der Besuch der ehemaligen Reichskartause
in Buxheim, der mächtigen, barocken Klosteranlage in Wiblingen oder der
Schlossanlagen in Dietenheim oder Illertissen bieten sich entlang der Strecke
an.
Ulm mit seinem malerischen an der Donau gelegenen Fischerviertel und dem gotischen
Münster, das den höchsten Kirchturm der Welt besitzt, ist ein lohnenswertes
Ziel.
Die Günz ist Namensvetter einer Eiszeit und folglich sollte man heute hier noch entsprechende Anzeichen einer Eiszeit erkennen können. Das breite Tal, das die heutige kleine Günz nie geschaffen haben kann, und ihre Flussterassen lassen sich durch die Eiszeiten erklären.
Heute ist die Günz des öfteren aufgestaut, wodurch sich gute Rast- und Bademöglichkeiten entlang des Weges bieten. Es gibt kleine Biotope und zahlreiche Kieswerke, in denen die Schotter, die die Günz aus den Alpen hier abgelagert hat, abgebaut werden.
Von der einstigen Residenzstadt Günzburg mit seinem schönen
Stadtkern radelt man durch saftige grüne Wiesen und Felder, an kleinen
Stauseen entlang, an Bauernhöfen vorbei und durch kleine Ortschaften.
Es lohnt sich in Babenhausen beim Fuggerschloss einen Halt einzulegen und in
Markt Rettenbach die Wallfahrtskirche zu besichtigen.
Danach verengt sich das Günztal und Sie befinden sich schon spürbar
im Allgäu. Bald nach dem schmucken Städtchen Obergünzburg erreichen
Sie die Quelle in Günzach.
Der Kammeltal-Radweg beginnt an der Mindel in Mindelheim mit seiner
sehr gut erhaltenen Altstadt samt Stadtmauer und Türmen. In Pfaffenhausen
verlassen Sie das breite Mindeltal über eine kleine Schwelle und wechseln
ins Kammeltal.
Über Krumbach mit seinem idyllischen Stadtkern und dem Hürbener Wasserschloss
radelt man direkt unter dem von weitem gut sichtbaren, über dem Kammeltal
thronenden Schloss von Neuburg vorbei. Danach lohnt das Kloster von Edelstetten
einen Abstecher.
Nach Burgau mündet die Kammel in die Mindel, die sich schon kurz darauf in Offingen in die Donau ergießt.
Der Kneipp-Radweg verbindet drei Wirkungsstätten Sebastian
Kneipps, die heutigen Kneippkurorte Bad Wörishofen, Ottobeuren und Bad
Grönenbach.
Es ist eine reizvolle Strecke auf der es zwar des öfteren bergauf und bergab
geht, insbesondere zwischen Dirlewang und Ottobeuren. Es bieten sich jedoch
herrliche Ausblicke auf die hügelige Landschaft des Unterallgäus mit
seinen weiten Tälern, den verträumten Dörfern und den saftigen
Wiesen.
Er stellt eine optimale Verbindung zwischen den in Nord-Süd-Richtung
verlaufenden Radwegen an Iller, Günz, Kammel und Zusam dar.
Die glänzenden Kneippkurorte laden zum Verweilen und zur Erholung nach
der Lehre Kneipps ein. Die prächtige barocke Klosteranlage in Ottobeuren
lohnt zusätzlich einen Halt zur Besichtigung. Sollten Sie Memmingen nicht
schon auf einer Iller-Radwegtour besichtigt haben, können Sie in Benningen
einen Abstecher nach Memmingen machen.
Die Startorte Mindelheim und Kaufbeuren mit ihren prächtigen
mittelalterlichen Altstädten und Stadtmauern warten auf Ihre Erkundung.
Nachdem Sie die Ebene zwischen Bad Wörishofen und Tussenhausen in einem
steilen Anstieg verlassen, werden Sie mit einem wunderschönen Ausblick
belohnt, der bei gutem Wetter bis zu den Alpen reicht.
Bis Buttenwiesen radeln Sie mitten durch den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.
Sie passieren bei Markt Wald die Zusamquelle. Die Zusam wird nun bis zur Mündung
in die Donau Ihre ständige Wegbegleiterin sein, wobei sie nur 76 Kilometer
bis Donauwörth benötigt und Sie sich dabei ausgehend von 630 Meter
über N.N. auf insgesamt 230 Meter Gefälle freuen dürfen.
Sie radeln mitten durch die malerisch im Wald gelegene Wallfahrtsstelle
von Maria Vesperbild, nach der ab Ziemetshausen das Zusamtal breiter und flacher
wird. Moorflächen und Feuchtwiesen beheimaten entlang der Strecke heute
seltene Tier- und Pflanzenarten wie z.B. das Knabenkraut. Empfehlenswert ist
ein Ausflug zur mitten im Naturpark gelegenen Wallfahrtskirche in Violau.
Nach Wertingen verlassen Sie in Buttenwiesen den Naturpark und radeln durch
das Donauried nach Donauwörth.
Die Romantische Straße verbindet Städte mit bewegter
Geschichte und historischen Stadtkernen. Sie führt von Würzburg am
Main bis nach Füssen in die Alpen (rund 400 Kilometer).
In diesem Buch wird nur der Abschnitt zwischen Donauwörth, der strahlenden
alten Reichsstadt, und Augsburg dem pulsierenden Zentrum Bayrisch-Schwabens,
in dem die Zeit der Fugger noch heute allgegenwärtig ist, beschrieben.
Eine weite Ebene charakterisiert das Auengebiet des Lechs zwischen Donauwörth
und Augsburg.
Die Route Augsburg-Dillingen verbindet die Romantische Straße
und den Donau-Radweg und kreuzt dabei den Zusam-Radweg.
Sie beginnt in der Fuggerstadt Augsburg am Lech und führt geschwungen auf
dem wunderschönen Radweg auf dem alten Bahndamm der ehemaligen Weldenbahn
in den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder. Sie können die Landschaft
dieser besonders reizvollen Strecke in vollen Zügen genießen, da
Sie nicht auf Autos oder Abzweigungen achten müssen. Dunkle Tannenwälder
säumen die schmalen Täler des Mühlbachs und der Laugna.
In Altenmünster lohnt ein Abstecher zur imposanten Wallfahrtskirche von
Violau.
Nochmals führt die Route abseits vom Verkehr kilometerlang
durch dunkelgrüne Tannenwälder, dem Weisinger Forst, bevor Sie den
Naturpark verlassen und das breite Donautal durch das Donauried an renaturierten
Baggerseen vorbei nach Dillingen queren.