Enns Radweg

Von der Quelle zur Donau

Der Enns-Radweg erstreckt sich vom salzburgischen Pongau über die nördlichsten Gefilde der Steiermark ins oberösterreichische Eisenwurzengebiet und bis hinauf zur schönen blauen Donau. Diese Routenführung verspricht eine Fahrt durch eine einzigartige Alpenlandschaft, eine atemberaubende Naturlandschaft zwischen Dachstein und Niederen Tauern, dem Salzkammergut, dem Gesäuse und dem Reichraminger Hintergebirge ... eine Radtour voller Überraschungen und ein Geheimtip für jeden begeisterten Radurlauber!

Dazu enthält dieses Radtourenbuch alle wichtigen Informationen, die Sie für Ihren Radurlaub benötigen: präzise Landkarten, genaue Routenbeschreibungen, Kurzinformationen zu den Sehenswürdigkeiten der Region, ein umfassendes Übernachtungsverzeichnis sowie viel Wissenswertes über Land und Kultur.

Uebersichtskarte

250 Kilometer lang ist die Enns von ihrem Ursprung in den Radstädter Tauern bis zu ihrer Mündung in die Donau. Sie durchfließt drei österreichische Bundesländer: Salzburg, die Steiermark und Oberösterreich.
Eher klein und unscheinbar beginnt sie ihre Reise inmitten der hochalpinen Welt, nur bei Hochwasser nimmt sie auch schon in dieser jungen Phase ganz ordentliche Dimensionen an. Auf ihrem Weg durch die atemberaubende Alpenlandschaft, das Dachsteinmassiv zur Linken, die Niederen Tauern zu Rechten, bahnt sie sich ihren Weg durch das harte, alpine Gestein, und nur selten wird das Tal etwas weiter und freier.

In den Ennstaler Alpen hinter Admont gelingt ihr dann der Durchbruch, die Ennstaler Alpen haben den hartnäckigen Wassermassen nachgegeben und gewähren nun freie Fahrt durch das Gesäuse – das starke Brausen der Ennswasser in dem engen Tal erklären die Namensgebung.

In der Eisenregion rund um den Erzberg wechselt die Enns dann ihre Richtung und fließt von nun an nach Norden, die Reise durch Oberösterreich beginnt und die hochalpine Phase nimmt nun langsam ihr Ende. Die schroffen Felsen rundherum werden abgelöst von der etwas sanfteren und vor allem waldreichen Gegend des Reichraminger Hintergebirges. Eng wird das Tal und bleibt es, bis hin zu dem entzückenden, oberösterreichischen Städtchen Steyr. Durch den Zufluss der Steyr nun noch stärker angewachsen, durchfließt die Enns zunehmend eine weite, intensiv genutzte Ebene und bildet dabei die Grenze zwischen den Bundesländern Ober- und Niederösterreich. Letzter Höhepunkt ist dann die historische Stadt Enns nahe der Donau.

Streckencharakteristik

Länge

Die Länge des Enns-Radweges von der Quelle bis zur Donau bei Enns beträgt 254 Kilometer. Ausflüge und Varianten sind dabei nicht berücksichtigt.

Hoehenprofil

Wegequalität & Verkehr

Die Radroute entlang der Enns verläuft meist auf ruhigen Landstraßen und Radwegen, teilweise aber auch auf mäßig befahrenen Straßen. Besonders im Abschnitt zwischen dem steirischen Gesäuse und dem oberösterreichischen Weyer liegt die Routenführung noch etwas im Argen. Wenn man den verkehrsreicheren Wegstücken ausweichen möchte, dann bleiben einem entweder anstrengendere Wegstücke mit einigen Steigungen nicht erspart oder man überwindet seinen Radlerstolz und steigt einmal auf die Bahn um.
Steigungsfrei ist die Radroute entlang der Enns nicht. Insgesamt fahren Sie zwar immer bergab Richtung Donau, dazwischen bleiben Ihnen Steigungen am Hang nicht erspart.

Beschilderung

Da der Enns-Radweg durch drei verschiedene Bundesländer verläuft, gibt es natürlich auch drei unterschiedliche Formen der Beschilderung: in Salzburg herrschen die hochformatigen grünen Tafeln mit der Aufschrift Enns-Radweg vor. In der Steiermark suchen Sie nach den kleinen grünen Schildern mit der Kennzeichnung R 7, diese ist aber bei weitem nicht durchgehend zu erwarten. In Oberösterreich erwarten Sie längliche Schilder im Querformat, auch grün, mit dem Hinweis auf den Ennstalweg, und in Niederösterreich finden Sie auf immer noch grünen, hochformatigen Schildern die Aufschrift Ennsweg.

Tourenplanung

Die Radtour entlang der Enns ist insgesamt 254 Kilometer lang, die Ausflüge und Varianten ausgenommen. Theoretisch ist eine solche Strecke in 2 bis 3 Tagen zu schaffen, aber es lohnt sich, etwas mehr Zeit für die Enns-Radreise einzuplanen. In der Folge daher ein Tourenvorschlag für eine Woche Radurlaub an der Enns:

1. Tag: Anreise nach Radstadt
2. Tag: Auffahrt mit dem Bundesbus ins Flachautal zur Gasthof-Alm, Abfahrt durchs Tal (evtl. Badestopp am Winklersee, Fahrt mit der Sommerrodelbahn), Weiterfahrt über Radstadt nach Schladming (44 km)
3. Tag: Ausflug ins Untertal zu den Riesachfällen (24 km hin und retour), Fahrt nach Bad Mitterndorf (Variante 45,5 km)
4. Tag: Bad Mitterndorf-Liezen, mit Besuch des Schloss Trautenfels und einem Badestopp im Putterer See (31 km)
5. Tag: Liezen-Hieflau mit Besuch des Stifts Admont und Ausflug zum Erzberg (insgesamt mit Ausflug 76 km)
6. Tag: Mit dem Zug von Hieflau nach Kastenreith bei Weyer (Fahrtzeit ca. 45 Minuten) und mit dem Rad weiter nach Steyr (49,5 km)
7. Tag: Besichtigung von Steyr und Weiterfahrt nach Enns
8. Tag: Abreise oder entlang der Donau nach Wien

Falls Sie sich für die Fahrt durch das Reichraminger Hintergebirge entscheiden, dann sollten Sie zumindest einen halben Tag zusätzlich mit einplanen. Außerdem sollten Sie beachten, dass der Hintergebirgsweg nur zu bestimmten Zeiten für Radfahrer geöffnet ist: 1. Mai bis 30. Sept., Sa, So und Fei 7–18 Uhr, Juli und Aug., tägl. 7–19 Uhr.

Infostellen

 

Streckenabschnitte des Enns-Radweges

Flachautal; TV Flachau Radstatt; Verkehrsbüro Radstatt Schladming; Tauern Region Sattental; VV Pruggern Öblarn;  VV Öblarn Niederöblarn; VV Öblarn Admont; FVV Admont Gesäuse; TV Admont Steyr; TV Steyr

 

Von Flachau nach Liezen 95 km

Die Enns entspringt weit oben in den Radstädter Tauern im salzburgischen Pongau, durchfließt das Flachautal gen Norden um bei Altenmarkt i. P. in Ost-West-Richtung abzubiegen. Zu Füßen des Dachsteins schlängelt sie sich durch ihr Tal, verlässt salzburgischen Boden und zieht am steirischen Schladming mit seiner bekannten Wintersportregion vorüber. Der eindrucksvolle Grimming und die Burg Trautenfels bewachen den Eingang zum Salzkammergut, bevor dann das Städtchen Liezen erreicht ist, dem Endpunkt dieses ersten Abschnitts.

Auf vorrangig verkehrsarmen Straßen und kleineren Wegen gelangen Sie vom Flachautal bis in die Region um Gröbming. Ab hier wird die Hauptroute im Tal etwas verkehrsreicher, die Variante über Bad Mitterndorf bietet sich hier als abwechslungsreiche Ausweichmöglichkeit an. Zudem stellt der erste Abschnitt interessante Ausflüge ins Hinterland sowie eine sportliche Variante über das alpine Ramsau am Dachstein vor.

Zu den Ausläufern des Dachsteins (40 km)

Zu den Riesachfällen (11 km)

Zum Steirischen Bodensee (15 km)

Rund um den Grimming (40 km)

Variante über Aigen (14 km)

Von Liezen nach Enns 159 km

Liezen, das wirtschaftliche Zentrum der Region, bietet sich als Ausgangspunkt für den zweiten Abschnitt an. Das hochalpine „Feeling“ tritt nun etwas zurück, Naturschauspiele, wie das Gesäuse und das Reichraminger Hintergebirge, tragen jedoch weiterhin zu einem ganz besonderen Naturerlebnis bei. Aber auch kulturelle und historische Höhepunkte bleiben nicht aus: Stift Admont, der Erzberg, die Eisenstraße, das Kleinod Steyr und Enns, die älteste Stadt Österreichs, erwarten Sie entlang der Route.

Das größte Problem zwischen Hieflau und Weyer ist die Verkehrsbelastung. Zwischen Altenmarkt und Reichraming können Sie jedoch auf das herrliche Wegstück durch das Reichraminger Hintergebirge ausweichen, das jedoch nur an bestimmten Tagen für Radfahrer geöffnet ist. Entlang der Hauptroute gibt es ab Weyer einen äußerst gut ausgebauten Radweg. Mit etwas mehr Autoverkehr müssen Sie dann erst wieder in der Nähe von Enns rechnen.

Variante Lassing/Selzthal (21,5 km)

Über den Buchauer Sattel (25 km)

Zum Erzberg (16 km)

Durchs Reichraminger Hintergebirge (37 km)

Durchs Laussatal

Variante am rechten Ufer

Zum Bauerntechnikmuseum

Zur Mauthausener Radfähre

 

Übernachtung

Das Ennstal gehört – abgesehen von den Wintersportzentren bei Radstadt und Schladming, nicht zu den touristisch überlaufenen Regionen, was sich auf den Erholungswert natürlich positiv auswirkt. Andererseits sind Quartiere (ausgenommen die Region Flachau-Radstadt-Schladming) nicht in jedem Ort zahlreich vorhanden. Die Varianten über den Buchauer Sattel und der Hintergebirgsweg (Reichraminger Hintergebirge) führen Großteils durch gänzlich unbesiedeltes Gebiet, für diese Strecken sollten Sie die Etappen gut planen und eventuell schon im vorhinein reservieren.

Mit Kindern unterwegs

Eine Fahrt mit Kindern entlang der Enns kann nicht uneingeschränkt empfohlen werden, denn es gibt doch immer wieder verkehrsreichere Abschnitte. Diese können jedoch meist durch das Umsteigen auf den Zug vermieden werden. Jünger als 10–12 Jahre sollten die Kinder jedoch nicht sein und sie sollten zudem schon ein wenig Erfahrung mit dem Radfahren auf öffentlichen Straßen haben. Kritisches Wegstück ist

vor allem die Strecke zwischen Hieflau und Weyer. Großen Spaß werden ältere Kinder auf jeden Fall auf der Variante durchs Reichraminger Hintergebirge haben.

Das Rad für die Tour

Empfehlenswert für den Enns-Radweg sind entweder leichte Tourenräder oder Trekkingräder, die jedoch mit genügend Gängen ausgestattet sind, um auch für eventuelle Steigungen gerüstet zu sein. Auch mit dem Rennrad können Sie den Enns-Radweg befahren, unbefestigten Wegstücken können Sie in den meisten Fällen ausweichen. Die Beschaffenheit des Weges entnehmen Sie bitte der Karte (gestrichelter oder durchgezogener Strich).

Reisezeit

Grundsätzlich gilt als gute Reisezeit für den Enns-Radweg die Periode zwischen Mai und September, nachdem Sie sich jedoch in den Alpen befinden, bedenken Sie, dass sich das Wetter hier sehr schnell ändern kann. Sie sollten daher immer auch gute Regenkleidung mit im Gepäck führen. In den Monaten Mai und Juni empfiehlt es sich, Informationen über den Wasserstand einzuholen, da es nach stärkeren Regenfällen doch immer wieder zu Hochwassersituationen kommen kann.