Das Engadin gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Schweiz. Der wohlklingende Name verspricht Urlaub pur: atemberaubende Gebirgspanoramen, wildromantische Täler, schmucke Dörfer und gastfreundliche Menschen. Die vier Mountainbikeregionen Unterengadin, Oberengadin-La Plaiv, Münstertal und Samnaun warten mit einer unglaublichen Vielfalt an Bike-Touren auf. Suchen Sie die sportliche Herausforderung, dann werden Sie im Engadin sicher auf Ihre Kosten kommen. Aber auch für die geruhsameren Biker eröffnen sich wundervolle Möglichkeiten.
Dieses handliche Ringbuch mit herausnehmbaren Tourenblättern präsentiert
präzise Karten im Maßstab 1:35.000, übersichtliche Höhenprofile,
verlässliche Wegebeschreibungen und Kurzinfos zum kulturellen und touristischen
Angebot – inklusive Übernachtungsadressen der Region!
Insgesamt betragen die Tourenlängen der in diesem Mountainbike-Guide erfassten 30 Touren beinahe 900 Kilometer. Die kürzeste Tour hat eine Länge von 6,8 Kilometern, die längste ist 71 Kilometer lang.
Schon allein aufgrund der Topographie ist das Engadin eine anspruchsvolle Mountainbike-Region. Es gibt zwar immer wieder leichte Touren rund um das Inntal, die für Einsteiger durchaus geeignet sind, mehr Auswahl haben Sie jedoch selbstverständlich als geübterer Biker.
Das Engadin wird in 4 Mountainbike-Regionen unterteilt: Unterengadin, Oberengadin-La Plaiv, Münstertal und Samnaun.
Im Unterengadin finden Sie sehr unterschiedliche Schwierigkeitsstufen bei den Touren vor, von sehr leicht bis extrem anspruchsvoll. Die anspruchsvollen Touren überwiegen jedoch, das liegt vor allem an der Topographie des Tales. Das Inntal ist hier auf der gesamten Länge eher eng, die Touren winden sich die Hänge hinauf oder führen in beeindruckende Seitentäler hinein.
Im Oberengadin-La Plaiv ist die Topographie anders, das Tal ist weiter und bietet auch Möglichkeiten für etwas leichtere Touren. Landschaftlich sind hier vor allem die Seitentäler besonders schön, anspruchsvoll vor allem die Tour zur Kesch-Hütte.
Das Münstertal wartet mit eher schwierigeren Touren auf. Die Zwei-Tagestour
nach Italien hinüber ist etwas für die ganz Anspruchsvollen, von steilen
Hängen aus bieten sich schöne Ausblicke ins Münstertal.
Das zollfreie Samnaun ist vor allem für die Konditions-Tiger ein Muss.
Unzählige Forststraßen winden sich die steilen Hänge des schmalen
Hochtales hinauf. Die Südseite des Tales ist noch naturbelassener und romantischer,
die Nordhänge werden von Erholungssuchenden stärker besucht und in
den Skigebieten bietet sich dem Auge eine ganz eigene Landschaft.
In der Schweiz ist das Rad fahren auf Forstwegen bzw. im Wald generell erlaubt. Ausnahme ist vor allem im Engadin der Nationalpark Svizzer, hier ist das Biken streng verboten.
Es gilt in der Schweiz natürlich ebenso wie anderswo das Gebot der Fairness und gegenseitigen Rücksichtnahme. Bei der Annäherung an andere Wegenutzer grundsätzlich die Geschwindigkeit der Situation anpassen. Wenn notwendig anhalten und absteigen. Der Anhalteweg sollte nie mehr als die Hälfte des zu überschauenden Wegeabschnittes betragen. Beachten Sie vor allem, dass Ihnen auch im Wald gelegentlich Kraftfahrzeuge entgegenkommen können. Auf schmäleren Wegen und bei hoher Geschwindigkeit bergab kann es zu schwerwiegenden Unfällen mit Forstautos oder Traktoren kommen.
Größte Vorsicht ist bei Forstarbeiten geboten. Der Waldweg ist zugleich
auch Arbeitsplatz der Forstleute. Sperrungen unbedingt beachten, hier besteht
Lebensgefahr!
Bei Dämmerung und in der Nacht sollte im Wald nicht mehr gefahren werden.
Die Tiere brauchen ihre Ruhe.
Eine durchgängige Mountainbike-Beschilderung gibt es im Engadin nicht. Sie stoßen zwar immer wieder auf rotbraune Pfeilwegweiser, die einige Strecken ausweisen. Die meisten in diesem Buch beschriebenen Touren orientieren sich, aufgrund der geringen Beschilderungsdichte, jedoch kaum an dieser Wegweisung.

Rundtour mit tollem Panorama, die Auffahrt ist auf Forststraßen, in der Almregion Singletrails, die in der Abfahrt sehr anspruchsvoll sind, am Schluss ein landschaftlich großartiger Schotterdownhill zurück zum Ausgangspunkt.
Die Strecke verläuft auf schnellen Wiesenstücken, schmalen Single Trails, schwierigen und steilen Wurzelpassagen, über Sprünge, durch enge und weite Kurven. Der Downhill mündet schließlich in den Bike Park Scuol.
Der im Zielhang der Downhill-Strecke Via Nova entstandene Bike Park bietet für jedermann auf unzähligen Steilwandkurven, Sprüngen und weiteren Hindernissen ausreichend Möglichkeiten zum optimalen Fahrvergnügen. Die Beginnerstrecke besteht aus vielen Steilwandkurven und kleineren Wellen. Die Cross-Strecke bildet das Herzstück des Parks und verlangt vom Biker nicht nur Schnelligkeit, Sprungfreude und eine gute Kurventechnik, sondern auch Reaktionsschnelligkeit. Auf dem Jump Trail kommen die absoluten Sprung-Freaks zum Zug. Die drei Strecken lassen sich beliebig kombinieren, was dem Biker noch mehr Möglichkeiten gibt.
Abwechslungsreiche Rundtour, die weder an Kondition noch an Fahrtechnik besondere Anforderungen stellt und bei Bedarf auch halbiert werden kann.
Schöne und einfache Rundtour auf beiden Seiten des Inntals mit schönen Ausblicken.
Technisch nicht sehr anspruchsvolle Streckentour, die zunächst durch die wunderschönen Ortschaften Ardez und Guarda verläuft und anschließend entlang des La-Cloxas bis zur Raststation Chamanna Tuoi führt.
Abwechslungsreiche Rundtour, zuerst flach zum Einrollen, dann rund um das Val Sinestra und später mit schönem Panorama immer hoch über dem Inntal, dann ein rasanter Schotterstraßendownhill hinunter zum Inn. Entlang des Innradweges und zum Schluss noch einmal bergauf auf einer asphaltierten Straße zurück zum Ausgangspunkt.
Technisch leichte, aber konditionell mittelschwere Rundtour auf der Sonnenseite des Unterengadin. Für fahrtechnisch nicht so versierte Biker, die aber doch etwas Kondition mitbringen sollten.

Diese direkt an der EU-Außengrenze beginnende Rundtour stellt zunächst an die Kondition einige Anforderungen, bietet dafür aber einen schönen Blick auf das Inntal.
Abwechslungsreiche Tour, die dem Biker an einigen Passagen sowohl fahrtechnisch, als auch konditionell einiges abverlangt, ihn dafür aber abschnittsweise mit einem beeindruckenden Panorama belohnt.
Lange, anstrengende Rundtour, die an Kondition und Fahrtechnik hohe Anforderungen stellt, aber dafür durch spektakuläre Abschnitte belohnt. Der Start sollte zeitig am Morgen erfolgen, um die eine oder andere Pause einlegen zu können.
Lange, anstrengende Rundtour, die an Kondition und Fahrtechnik hohe Anforderungen stellt, aber dafür durch spektakuläre Abschnitte belohnt. Der Start sollte zeitig am Morgen erfolgen, um die eine oder andere Pause einlegen zu können.
Abwechslungsreiche, aber nicht allzu lange und allzu anstrengende Tour in ein wunderschönes Seitental des Engadins. Die richtige „Einstiegsdroge” für MTB-Neulinge mit etwas Kondition – die Auffahrt mit Wurzelwegabschnitten und dann auf Forststraßen wird mit einer Rast bei der schönen Alp belohnt. Die Abfahrt erfolgt auf der anderen Talseite auf einer Teilstrecke des Nationalpark-Bike-Marathons.
Schöne und lange Rundtour auf beiden Seiten des Inntals mit schönen Ausblicken. Man kann die Runde auch abkürzen und so den höchsten Punkt auch im Rahmen einer Halbtagestour erreichen. Die steile Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt ist sicher der schwierigste Abschnitt.
Wildromantisch ist dieses Seitental zum Inn. Die Landschaft wechselt zwischen einem weiten Talboden bis hin zu schluchtartigen Verengungen. Bizarre Steinformationen erfreuen ebenso das Auge wie türkisfarbene kleine Seen im Bachbett. Orientierungstechnisch sehr leicht zu finden, fahrtechnisch und konditionell durchaus auch für weniger geübte Biker, trotzdem keine Einsteigertour.
Landschaftlich wunderschöne Tour in ein Seitental des Inntals. Zunächst gemütlich geht es an einem Ausflugsgasthof vorbei, später wird der Fahrweg steiler, ganz am Schluss auf einem Traktorweg auch fahrtechnisch etwas schwieriger zum Ziel, einer unbewirtschafteten Alm. Die Abfahrt erfolgt auf der gleichen Strecke.
Konditionell und fahrtechnisch sehr anspruchsvolle Zweitagestour
mit Hüttenübernachtung. Der erste Tag führt zuerst zum Einrollen
ein Stück durch das Inntal, dann flach ins wunderschöne Val Susauna
und mit einigen steilen Schotterhöhenmetern zu einer ideal gelegenen Alp.
Danach geht es auf einem langen Singletrail durch ein einsames Hochtal zum Etappenziel,
einer Hütte des Schweizer Alpenvereins (SAC).
Am zweiten Tag sollte man in der Früh gut aufgewärmt sein, bevor man
sich an die lange und teilweise sehr steile Abfahrt macht. Ab Bergün folgt
man der Albulapassstraße zurück ins Engadin. Dieser Abschnitt ist
eher verkehrsreich und so empfiehlt sich ein früher Aufbruch vor allem
zur Ferienzeit. Ein Stück des Innradwegs zurück zum Ausgangspunkt
schließt diese in jeder Hinsicht großartige Runde.
Technisch einfachere Rundtour, die meistens über Forststraßen führt. Zu Beginn geht es zum Einrollen weniger anstrengend im Tal einige Kilometer bis vor Santa Maria, dann beginnt die Auffahrt bis zum Weiler Craistas. Danach sind nur noch wenige Höhenmeter bis Lü zurückzulegen, bevor die Abfahrt über Tschierv und Sta. Maria zurück nach Müstair beginnt.
Diese, sowohl von den technischen, als auch von den konditionellen Anforderungen her betrachtet eher mittelmäßige Rundtour, beginnt auf dem Ofenpass, verläuft anschließend durch das Almgebiet Alp Champatsch und kehrt schließlich durch das Val Müstair an seinen Ausgangsort zurück.

Rundtour über den Ofenpass. Die meisten Höhenmeter bewältigt man zu Beginn auf der Straße über den Ofenpass. Nach der Passhöhe folgt eine kurze Abfahrt zum Ausrasten, bevor man den Verkehr verlässt und an einer Alm vorbei über eine Steilstufe in ein schönes Hochtal kommt. Auch hier führt die Tour über eine Zwischenabfahrt, die diesmal allerdings fahrtechnisch ziemlich anspruchsvoll ist. Die Hauptschwierigkeiten sind damit überwunden und man kann sich bei der bewirtschafteten Alp Mora für den nun nicht mehr sehr steilen Weiterweg stärken. Landschaftlich wunderschön geht es durch das Val Mora, bevor ein langer Schotterdownhill hinunter ins Münstertal die Runde schließt.
Landschaftlich wunderschöne, aber schwere Zweitagestour mit
Übernachtung in einem kleinen Gasthof.
Die erste Etappe führt über den Pass Umbrail auf die italienische
Seite der Grenze. Nach diesen 1200 Höhenmetern Asphaltanstieg folgen fahrtechnisch
und auch konditionell schwierige Passagen, bei denen man immer wieder alte Militärstellungen
aus dem ersten Weltkrieg passiert. Nach einer kurzen Zwischenabfahrt muss man
nochmals einige Höhenmeter bergauf bewältigen, dann geht es an die
Abfahrt, die – manchmal sehr ausgesetzt und schwierig – hinunter
in ein Tal führt, dem man mit einer Zwischensteigung bis zum Ende dieses
langen Biketages folgt. Auf dieser Etappe kommt man in eine Höhe von über
2700 m hinauf, alpine Bikeerfahrung und auch schlechtwettertaugliche Ausrüstung
sind hier gefragt.
Der zweite Tag gestaltet sich im Vergleich gemütlich: zum Einrollen fährt man flach an zwei Stauseen entlang, dann wechselt man über einen langen Singletrailabschnitt zurück in die Schweiz. Weiter geht es durch ein wunderschönes Hochtal zur langen Abfahrt hinunter zum Ausgangspunkt Santa Maria.
Seit 2002 findet der Nationalpark Bike-Marathon, der durch die faszinierende Landschaft der Bikearena Engadin, Val Müstair und Livigno verläuft, statt. Gestartet wird im Unterengadiner Hauptort Scuol, anschließend steigt die Strecke durch das furchige Val S-charl und entlang des höchstgelegenen Arvenwaldes in Europa – dem God da Tamangur – konstant an. Nun folgt die erste Passhöhe des Costaina-Passes. Danach führt eine rasante Strecke hinunter in das malerische Val Müstair. Von Fuldera führt die Tour weiter durch das herrliche Val Mora Richtung Italien und dann durch das Valle Alpisetta zum italienischen zollfreien Ort Livigno.
Es folgt ein sehr steiler Anstieg zum Passo Chaschauna, dem höchsten Punkt der Tour – hier muss mit dem Tragen des Bikes gerechnet werden. Die Anstrengungen werden mit der Abfahrt nach S-chanf belohnt. Von dort aus geht es dem Inn entlang über schöne Streckenabschnitte Richtung Zernez.
Auf der letzten Etappe verläuft die Tour zunächst eben und wechselt später in leichtes Gefälle über. Nach Ardez und Ftan sind einige Anstiege zu überwinden, danach geht es nur noch bergab Richtung Scuol.
Diese Tour bietet eine gute Möglichkeit, das ganze Samnauntal mit allen Ansiedlungen kennenzulernen. Ohne große fahrtechnische oder konditionelle Anforderungen geht es nahe dem Talgrund von Samnaun-Dorf bis hinaus zum Zollgebäude, danach steil auf die Sonnenseite hinauf und mit schöner Aussicht über die Dörfer Compatsch und Laret wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Diese leichtere Tour führt von Samnaun-Dorf im Tal bergab, bis man bei Laret den Talgrund verlässt und über die Sonnenseite die Aussichtskanzel Chè d’Mot erreicht.
Anstrengende und lange Tour, die auch auf die österreichische Seite des stark erschlossenen Liftgebietes hinunterführt. Man kommt in Höhen von über 2800 m hinauf, gute Schutzbekleidung und die Beachtung des Wetterberichtes sollten daher auch im Sommer selbstverständlich sein. Die Belohnung für die Mühen ist ein großartiges Panorama und eine schöne lange Abfahrt über viele Kurven zurück nach Samnaun.
Tour hinauf in das Schiliftgebiet von Samnaun, beim Ziel bietet sich eine schöne Aussicht auf das Samnauntal. Die Abfahrt führt vorbei an einer gemütlichen Alphütte, die ihre Milch mittels Pipeline in das Tal hinunterbefördert (Besichtigungsmöglichkeit).
Kurze Tour zu einem schönen Aussichtsplatz oberhalb von Samnaun-Dorf
Rundtour über Spiss auf der österreichischen Seite der Grenze. Mit geringen fahrtechnischen und mittleren konditionellen Anforderungen geht es dann hinauf zu einer bewirtschafteten Alm. Der Rückweg führt in angenehmer Fahrt oben über Almwiesen und dann durch schönen Wald zum Ausgangspunkt zurück.
Kürzere Tour, zunächst im Talgrund, dann auf der Schattseite bis zu einer aussichtsreichen Scharte im scharfen Grat zwischen Samnaun- und Sampuoirtal. Oben hat man vom Forstweg steile Tiefblicke nach beiden(!) Seiten hinunter.
Über eine Forststraße geht es in ein einsames und ruhiges Seitental, das von Erschließung und Liftzirkus verschont geblieben ist. Das Ziel liegt bei einer unbewirtschafteten Alp im Talschluss in der Nähe eines ganz kleinen Wasserfalls und wird über einen teilweise steileren Traktorweg erreicht.
Zweitagestour mit Hüttenübernachtung. Die erste, landschaftlich
wunderschöne Etappe führt von Samnaun auf das Zeblasjoch. Für
die Dauer des Downhills befindet man sich in Österreich, danach muss man
nochmals 250, allerdings flache Höhenmeter bergauf zur Alpenvereinshütte.
Der zweite Tag beginnt mit einer langen, nicht allzu steilen Abfahrt, bevor
man dann über das Ischgler Liftgebiet wieder auf die Schweizer Seite wechselt
und die Tour mit der Abfahrt hinunter nach Samnaun beendet. An beiden Tagen
kommt man weit hinauf, gute Schutzbekleidung und die Beachtung des Wetterberichtes
sollten daher auch im Sommer selbstverständlich sein.
Innerhalb der Silvretta Mountainbike Arena bildet der alljährliche
Ischgler Ironbike-Marathon das absolute Sommerhighlight. Die klassische Ironbike-Strecke
führt hinauf zum 2.539 Meter hohen Zeblasjoch und zum 2760 Meter hohen
Inneren Viderjoch. Nach der Abfahrt in den Höllenboden folgt ein kleinerer
Anstieg auf die hohe Zirbe. Danach geht es nur mehr bergab und über den
Prennerhang nach Ischgl. Von hier aus über das 2.738 Meter hohe Idjoch,
den Greitspitztrail und den Salaaser Trail wieder hinunter nach Samnaun-Dorf.