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Der Nationalpark Hohe Tauern in Salzburg ist
einer der schönsten hochalpinen Landschaften Europas. Besuchen Sie
einladende Täler, oder genießen Sie zwischen Almen und steilen
Felsen alle Facetten einer prächtigen Berglandschaft. Die 41 komplett
beschriebenen Routen bieten sowohl für Einsteiger, als auch für
Profis eine große Auswahl zur individuellen Tourenplanung. |
Hier zeigen wir Ihnen einigen Leseproben aus dem cycline-MountainBikeGuide Nationalpark Hohe Tauern:
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mit Datenblock, Höhenprofil, Kartenseite
Der Nationalpark Hohe Tauern erstreckt sich über die Bundesländer
Kärnten, Salzburg und Tirol. Er umfasst eine Gesamtfläche von 1.786
km² und ist somit der größte Nationalpark Mitteleuropas.
In den Hohen Tauern liegt der höchste Gipfel Österreichs, der Großglockner
(3.797 Meter), und der größte Gletscher des Landes, der Pasterzenkees.
Hier gibt es die meisten Gletscherbäche Österreichs, und die Krimmler
Ache bildet die höchsten Wasserfälle Europas.
Der Nationalpark Hohe Tauern ist eine der letzen großflächigen Naturlandschaften Österreichs. Dieses alpine Urland zählt zu den großartigsten Landschaften der Erde und ist ein Lebensraum völlig eigener Prägung. In der gebirgigen Lage des Nationalparkgebietes befinden wir uns in einem empfindlichen Ökosystem, wo sämtliches Leben in engster Weise miteinander verzahnt ist und jeder menschliche Eingriff unabsehbare Folgeerscheinungen für Tier und Pflanze bedeuten kann.
Kein Wunder also, dass dieses Gebiet als Nationalpark unter strengen Naturschutz
gestellt wurde, um es in seiner Schönheit und Unberührtheit für
kommende Generationen zu erhalten.
Im Nationalpark gibt es eine Außenzone mit Almbewirtschaftung, eine Kernzone
im hochalpinen Teil und mehrere Sonderschutzgebiete, in denen sämtliche
Eingriffe verboten sind. Doch trotz ihrer Ursprünglichkeit sind die Hohen
Tauern schon seit Jahrtausenden Lebens- und Kulturraum des Menschen. Als die
Bauern im Mittelalter die Almregionen besiedelten, kultivierten sie jenes Land,
das heute noch die Bergbauern in der Außenzone des Nationalparks Hohe
Tauern bearbeiten und damit für die nächste Generation sichern. Die
in mühsamer Arbeit geschaffenen grünen Almen und blühenden Bergwiesen
bilden heute einen reizvollen Kontrast zur Urlandschaft der Felsen und
Gletscher.
Die Bauern des Mittelalters waren aber nicht die ersten, schon die Römer erschlossen Verbindungswege über das Hochtor und den Felber Tauern. Die eisfreien Übergänge, die eigentlichen „Tauern“, ermöglichten Handelswege zwischen Nord und Süd; das „Tauerngold“ bewog auch zum Bleiben. Den Spuren der Römer folgte später durch mindestens 600 Jahre ein Gewerbe, das erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlosch: der hervorragend organisierte
Saumhandel.
Man muss Maschinenkraft und Elektrizität aus dem Bewusstsein verdrängen,
um sich eine Vorstellung von der Leistungsfähigkeit dieses Gewerbes machen
zu können. Der transalpine Handel spielte sich ausschließlich
auf Pferderücken ab. Das Pferd, auch Saumross genannt, schleppte einen
„Rosssaum“ von 168 Kilogramm Gewicht. Die Karawanen der Saumrosse
bewältigten im Tagesdurchschnitt 35 und mehr Kilometer, die Wagenfuhrwerke
bestenfalls 30 Kilometer. Dies erklärt auch, warum hier heute noch die
berühmten Pinzgauer Pferde, eine kräftige Noriker-Rasse, gezüchtet
werden.
Zwei Ereignisse machten schließlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts
dem Säumergewerbe den Garaus. Das habsburgische Kärnten verbot den
Salzimport aus dem unabhängigen Erzbistum Salzburg, und nördlich der
Alpen wandelten sich die Trinkgewohnheiten, die Leute konnten sich den
italienischen Wein wegen dem Rückgang des Goldbergbaus und der damit verbundenen
Verarmung nicht mehr leisten und tranken statt dessen Bier, das billiger war.
Danach beschränkte sich der Verkehr über die Tauernpässe auf
den Viehhandel und die Schafherden, die die Bauern aus Südtirol zum Teil
heute noch über die Krimmler Tauern zu ihren Almen treiben.
Das Gebiet des Nationalparkes Hohe Tauern unterscheidet sich sehr wesentlich
von anderen Nationalparks in Europa und der Welt. Die Verzahnung der großteils
noch unberührten Naturlandschaft mit der durch die Arbeit der bergbäuerlichen
Bevölkerung gepflegten naturnahen Kulturlandschaft garantiert den außergewöhnlich
vielfältigen Artenreichtum von Tieren und Pflanzen mit einem geschützten
Lebensraum. So steht die Sicherung der naturnahen Kulturlandschaft gleichrangig
neben der Erhaltung der Naturlandschaft. Die überwiegend von privatem Grundeigentum,
verbunden mit eigentumgsgleichen Nutzungsrechten geprägte Gebietsstruktur
und Größe des Schutzgebietes sind weitere, für die Entwicklung
des Nationalparkes entscheidende und besondere Merkmale.
Das Gebiet des Nationalparkes Hohe Tauern ist aber auch ein Naturraum, der anderswo aufgrund seiner klimatischen, geologischen, hydrologischen und topographischen Verhältnisse sowie wegen seines Reichtums an Bodenschätzen erschlossen oder aber ausgebeutet worden wäre. Vielfältige Nutzungsansprüche und -absichten in der Vergangenheit, z. B. großtechnische Erschließungen zur Gewinnung von Strom durch Wasserkraft, von Gletscherschigebieten oder Öffnung der Hochgebirgstäler für den öffentlichen Verkehr standen in den letzten Jahrzehnten im Raum.
In den Hohen Tauern ist es jedoch gelungen, rund 1.800 km² des Ökosystems Hochgebirge, das entspricht etwa einer Fläche von ca. 4.000 km² in der Ebene, als für Österreich und Europa repräsentativen Naturraum in den Nationalpark einzubringen. Dabei galt der Grundsatz, zusammenhängende Landschaftseinheiten nicht durch Kompromisse an verschiedenen Nutzungsinteressen zu zerreißen, sondern charakteristische Ökosysteme in ihrer Gesamtheit und möglichst vollzählig in den Nationalpark Hohe Tauern zu integrieren. Der gesamte „Gletscherbach“, als Einheit vom Gletscher bis ins Haupttal, ist dafür das einprägsamste Beispiel. Dem Nationalpark in Gestalt einer zusammenhängenden Großlandschaft wurde der Vorzug vor einem zusammengestückelten Schutzgebiet der außer Streit stehenden „Restflächen“ gegeben.
Es grenzt aus heutiger Sicht an ein naturschützerisches und raumordnerisches Wunder, dass der Nationalpark Hohe Tauern über Ländergrenzen hinweg eine Fläche von rund 1.800 km² einnimmt. Vorerst musste jedoch mit weit über 1.000 Grundbesitzern das Einvernehmen für die geltenden Nationalparkgesetze und Grenzziehungen hergestellt und zahlreiche politisch hochbrisante Nutzungskonflikte entschärft werden.
Naturschutz hat in den Hohen Tauern Geschichte! Der Kampf um die Erhaltung der Gamsgrube samt Umgebung im Kärntner Teil der Glocknergruppe oder der Krimmler Wasserfälle im Salzburger Oberpinzgau zählen ebenso zu den Klassikern der österreichischen Naturschutzgeschichte wie der Erwerb von ausgedehnten Grundflächen in den Hohen Tauern durch Naturschutzorganisationen.
Der erste von der Nationalparkkommission Hohe Tauern zu Beginn der siebziger
Jahre präsentierte Grenzziehungsentwurf brachte schließlich alle
aktuellen Nutzungsansprüche insbesondere der Energie- und Tourismuswirtschaft
an den Tag. Die allermeisten Projekte konnten erfolgreich abgewehrt und damit
ausgedehnte Flächen endgültig für den Nationalpark Hohe Tauern
gesichert werden.