41 Mountainbikestrecken

 

Cover
Maßstab
35.000
ISBN
978-3-85000-171-7
Preis
€ 16.90
Ringbuch, mit Karten,
Ortsplänen, Höhenprofilen, Wegklassifikation, Unterkunftsverzeichnis, Ortsindex

 

MountainBikeGuide Nationalpark Hohe Tauern

 

Karte

Der Nationalpark Hohe Tauern in Salzburg ist einer der schönsten hochalpinen Landschaften Europas. Besuchen Sie einladende Täler, oder genießen Sie zwischen Almen und steilen Felsen alle Facetten einer prächtigen Berglandschaft. Die 41 komplett beschriebenen Routen bieten sowohl für Einsteiger, als auch für Profis eine große Auswahl zur individuellen Tourenplanung.

 

Musterseiten als Leseprobe

Hier zeigen wir Ihnen einigen Leseproben aus dem cycline-MountainBikeGuide Nationalpark Hohe Tauern:
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Der Nationalpark Hohe Tauern

Der Nationalpark Hohe Tauern erstreckt sich über die Bundesländer Kärnten, Salzburg und Tirol. Er umfasst eine Gesamtfläche von 1.786 km² und ist somit der größte Nationalpark Mitteleuropas.
In den Hohen Tauern liegt der höchste Gipfel Österreichs, der Großglockner (3.797 Meter), und der größte Gletscher des Landes, der Pasterzenkees. Hier gibt es die meisten Gletscherbäche Österreichs, und die Krimmler Ache bildet die höchsten Wasserfälle Europas.

Der Nationalpark Hohe Tauern ist eine der letzen großflächigen Naturlandschaften Österreichs. Dieses alpine Urland zählt zu den großartigsten Landschaften der Erde und ist ein Lebensraum völlig eigener Prägung. In der gebirgigen Lage des Nationalparkgebietes befinden wir uns in einem empfindlichen Ökosystem, wo sämtliches Leben in engster Weise miteinander verzahnt ist und jeder menschliche Eingriff unabsehbare Folgeerscheinungen für Tier und Pflanze bedeuten kann.

Kein Wunder also, dass dieses Gebiet als Nationalpark unter strengen Naturschutz gestellt wurde, um es in seiner Schönheit und Unberührtheit für kommende Generationen zu erhalten.
Im Nationalpark gibt es eine Außenzone mit Almbewirtschaftung, eine Kernzone im hochalpinen Teil und mehrere Sonderschutzgebiete, in denen sämtliche Eingriffe verboten sind. Doch trotz ihrer Ursprünglichkeit sind die Hohen Tauern schon seit Jahrtausenden Lebens- und Kulturraum des Menschen. Als die Bauern im Mittelalter die Almregionen besiedelten, kultivierten sie jenes Land, das heute noch die Bergbauern in der Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern bearbeiten und damit für die nächste Generation sichern. Die in mühsamer Arbeit geschaffenen grünen Almen und blühenden Bergwiesen bilden heute einen reizvollen Kon­trast zur Urlandschaft der Felsen und Gletscher.

Die Bauern des Mittelalters waren aber nicht die ersten, schon die Römer erschlossen Verbindungs­wege über das Hochtor und den Felber Tauern. Die eisfreien Übergänge, die eigentlichen „Tauern“, ermöglichten Handelswege zwischen Nord und Süd; das „Tauerngold“ bewog auch zum Bleiben. Den Spuren der Römer folgte später durch mindestens 600 Jahre ein Gewerbe, das erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlosch: der hervorragend organisierte

Saumhandel.
Man muss Maschinenkraft und Elektrizität aus dem Bewusstsein verdrängen, um sich eine Vorstellung von der Leistungsfähigkeit dieses Gewerbes machen zu können. Der ­transalpine Handel spielte sich ausschließlich auf Pferderücken ab. Das Pferd, auch Saumross genannt, schleppte einen „Ross­saum“ von 168 Kilogramm Gewicht. Die Karawanen der Saumrosse bewältigten im Tagesdurchschnitt 35 und mehr Kilometer, die Wagenfuhrwerke bestenfalls 30 Kilometer. Dies erklärt auch, warum hier heute noch die berühmten Pinzgauer Pferde, eine kräftige Noriker-Rasse, gezüchtet werden.

Zwei Ereignisse machten schließlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts dem Säumergewerbe den Garaus. Das habsburgische Kärnten verbot den Salzimport aus dem unabhängigen Erzbistum Salzburg, und nördlich der Alpen wandelten sich die Trink­gewohnheiten, die Leute konnten sich den italienischen Wein wegen dem Rückgang des Goldbergbaus und der damit verbundenen Verarmung nicht mehr leisten und tranken statt dessen Bier, das billiger war. Danach beschränkte sich der Verkehr über die Tauernpässe auf den Viehhandel und die Schafherden, die die Bauern aus Südtirol zum Teil heute noch über die Krimmler Tauern zu ihren Almen treiben.
Das Gebiet des Nationalparkes Hohe Tauern unterscheidet sich sehr wesentlich von anderen Nationalparks in Europa und der Welt. Die Verzahnung der großteils noch unberührten Naturlandschaft mit der durch die Arbeit der bergbäuerlichen Bevölkerung gepflegten naturnahen Kulturlandschaft garantiert den außergewöhnlich vielfältigen Artenreichtum von Tieren und Pflanzen mit einem geschützten Lebensraum. So steht die Sicherung der naturnahen Kulturlandschaft gleichrangig neben der Erhaltung der Naturlandschaft. Die überwiegend von privatem Grundeigentum, verbunden mit eigentumgsgleichen Nutzungsrechten geprägte Gebietsstruktur und Größe des Schutzgebietes sind weitere, für die Entwicklung des Nationalparkes entscheidende und besondere Merkmale.

Das Gebiet des Nationalparkes Hohe Tauern ist aber auch ein Naturraum, der anderswo aufgrund seiner klimatischen, geologischen, hydrologischen und topographischen Verhältnisse sowie wegen seines Reichtums an Bodenschätzen erschlossen oder aber ausgebeutet worden wäre. Vielfältige Nutzungsansprüche und -absichten in der Vergangenheit, z. B. großtechnische Erschließungen zur Gewinnung von Strom durch Wasserkraft, von Gletscherschigebieten oder Öffnung der Hochgebirgstäler für den öffentlichen Verkehr standen in den letzten Jahrzehnten im Raum.

In den Hohen Tauern ist es jedoch gelungen, rund 1.800 km² des Ökosystems Hochgebirge, das entspricht etwa einer Fläche von ca. 4.000 km² in der Ebene, als für Österreich und Europa repräsentativen Naturraum in den Nationalpark einzubringen. Dabei galt der Grundsatz, zusammenhängende Landschaftseinheiten nicht durch Kompromisse an verschiedenen Nutzungsinteressen zu zerreißen, sondern charakteristische Ökosysteme in ihrer Gesamtheit und möglichst vollzählig in den Nationalpark Hohe Tauern zu integrieren. Der gesamte „Gletscherbach“, als Einheit vom Gletscher bis ins Haupttal, ist dafür das einprägsamste Beispiel. Dem Nationalpark in Gestalt einer zusammenhängenden Großlandschaft wurde der Vorzug vor einem zusammengestückelten Schutzgebiet der außer Streit stehenden „Restflächen“ gegeben.

Es grenzt aus heutiger Sicht an ein naturschützerisches und raumordnerisches Wunder, dass der Nationalpark Hohe Tauern über Ländergrenzen hinweg eine Fläche von rund 1.800 km² einnimmt. Vorerst musste jedoch mit weit über 1.000 Grundbesitzern das Einvernehmen für die geltenden Nationalparkgesetze und Grenzziehungen hergestellt und zahlreiche politisch hochbrisante Nutzungskonflikte entschärft werden.

Naturschutz hat in den Hohen Tauern Geschichte! Der Kampf um die Erhaltung der Gamsgrube samt Umgebung im Kärntner Teil der Glocknergruppe oder der Krimmler Wasserfälle im Salzburger Oberpinzgau zählen ebenso zu den Klassikern der österreichischen Naturschutzgeschichte wie der Erwerb von ausgedehnten Grundflächen in den Hohen Tauern durch Naturschutzorganisationen.

Der erste von der Nationalparkkommission Hohe Tauern zu Beginn der siebziger Jahre präsentierte Grenzziehungsentwurf brachte schließlich alle aktuellen Nutzungsansprüche insbesondere der Energie- und Tourismuswirtschaft an den Tag. Die allermeisten Projekte konnten erfolgreich abgewehrt und damit ausgedehnte Flächen endgültig für den Nationalpark Hohe Tauern gesichert werden.