Der Nordseeküsten-Radweg in Schleswig-Holstein ist ein Teilstück eines gesamteuropäischen Projektes, der „North Sea Cycle Route“. Es handelt sich dabei um eine beschilderte Radroute einmal rund um die Nordsee, die durch 8 Länder führt. Spannender Ausgangspunkt des Nordseeküsten-Radweges Schleswig Holstein ist die Hafenmetropole Hamburg. Weite Polderlandschaften, kilometerlange Deiche, unzählige Windanlagen, gemütlich grasende Schafe und der weite Blick auf die Nordsee prägen das Landschaftsbild. Erholen Sie sich im Nationalpark schleswig-holsteinisches Wattenmeer, geben Sie sich in den Nordseebädern genüsslich den Badefreuden hin und schlendern Sie durch die historisch gewachsenen Ortskerne schleswig-holsteinischer Städte.
Präzise Karten und Stadtpläne, verlässliche Routenbeschreibungen, Hinweise auf das kulturelle und touristische Angebot der Region und ein umfangreiches Übernachtungsverzeichnis – in diesem Buch finden Sie alles, was Sie zu einer Radtour entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste benötigen – außer gutem Radlwetter, das können wir Ihnen nur wünschen.
Bei dem hier vorgestellten Nordseeküsten-Radweg für Schleswig-Holstein und Hamburg handelt es sich um ein Teilstück des ersten von zwölf geplanten transeuropäischen Radfernwegen. Dieser Radfernweg führt insgesamt durch sieben Länder – Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Schottland, England und die Niederlande – mit einer Gesamtlänge von rund 6.000 Kilometern. Grundinformationen zu der Gesamtroute sowie wichtige Adressen in den beteiligten Ländern erhalten Sie bei den unten genannten Informationsstellen, der Werbegemeinschaft Deutsches Küstenland oder im Internet unter www.northsea-cycle.com.
Die Länge des Nordseeküsten-Radweges in Schleswig-Holstein von Hamburg zur dänischen Grenze bzw. nach Sylt beträgt 357 Kilometer. Ausflüge und Varianten sind dabei nicht berücksichtigt.
Die Wegequalität am Nordseeküsten-Radweg in Schleswig-Holstein ist sehr gut. Die Route verläuft fast ausschließlich auf Radwegen entlang der Deiche, auf Radwegen entlang von Straßen oder auf ruhigen Landstraßen und gemütlichen Nebensträßchen. Nur selten müssen Sie auf Straßen mit etwas stärkerer Verkehrsbelastung ausweichen. Die wenigen unbefestigten Wegstücke sind eher für Mountainbiker und Abenteuerlustigere geeignet, und mit normalen Fahrrädern kaum zu befahren. Allerdings handelt es sich dabei um kurze Strecken – nicht länger als 500 Meter –, die schiebend gut zu bewältigen sind.
Da der Wind meist aus südwestlicher Richtung weht, ist eine Befahrung von Süden nach Norden zu empfehlen.
Und noch etwas Wichtiges: Das Betreten und Radfahren auf den Deichen und Deichvertei-digungswegen geschieht auf eigene Gefahr. Bitte rechnen Sie mit deichtypischen Hindernissen, Verschmutzungen und Unebenheiten (z. B. Treibgut, Schafkot, viele Schafgatter oder manchmal auch Schlaglöchern).
Seit dem Frühjahr 2001 gibt es eine durchgehende Beschilderung mit einem einheitlichen Logo. Da der schleswig-holsteinische Nordseeküsten-Radweg ein Teil des europäischen Radfernweges rund um die Nordsee ist, werden Sie das Logo teilweise auch in den anderen Ländern wiederentdecken, teilweise führt der Radweg aber auch auf nationalen Radwegen mit anderer Beschilderung weiter wie z.B. in Dänemark.
Die drei deutschen Nationalparke an der Nordseeküste schützen das größte Wattgebiet der Welt mit seinen Tieren und Pflanzen. 1985 wurde der Nationalpark Wattenmeer in Schleswig-Holstein gegründet. Mit 441.500 ha ist er größte Nationalpark in Deutschland.
Das Wattenmeer ist eine Landschaft, die durch den Einfluss von Ebbe und Flut ständig ihr Gesicht verändert. An den stetigen, extremen Wechsel von Salzwassereinfluss und Trockenheit müssen sich die hier lebenden Tiere und Pflanzen anpassen.
Salzwiesen vor den Deichen und auf den nordfriesischen Halligen sind Lebensraum spezialisierter Pflanzen und Tiere. Für die Küstenvögel sind die Salzwiesen ein Brutgebiet von internationalem Rang, über 100.000 Brutpaare werden jährlich gezählt.
Für etwa 10 – 12 Millionen Zugvögel ist das Wattenmeer die ideale Zwischenstation: Auf dem Weg zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten können sie rasten und sich die nötigen Reserven anfressen. Denn direkt unter der Oberfläche kriecht und krabbelt es: Würmer, Schnecken und Muscheln kommen im Wattboden in unvorstellbarer Dichte von bis zu 100.000 Exemplaren pro Quadratmeter vor.
Ziel des Nationalparks ist die natürliche Entwicklung des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres und die Bewahrung seiner besonderen Eigenart, Schönheit und Ursprünglichkeit. Bitte respektieren Sie die Natur, und beachten Sie bitte Schilder und Hinweise, die ein besonders geschütztes Gebiet bezeichnen – die stehen da, wo sie stehen, aus gutem Grund.
Den naturinteressierten Gast erwartet ein großes Angebot, um sich über
die Bedeutung des Lebensraumes zu informieren. Es gibt Informationszentren mit
Ausstellungen, Vorträgen, Dia-Shows an verschiedenen Orten der Westküste.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nationalpark-Service und der Naturschutzverbände
sind im Einsatz, um den Gästen den Nationalpark näherzubringen. Ein
echtes Erlebnis ist eine Wattwanderung im Nationalpark Wattenmeer. Am besten
ist es, sich einer geführten Wattwanderung anzuschließen: Die Nationalpark-Wattführer
kennen das Wattenmeer wie ihre Westentasche und wissen auch viel Spannendes
über den Lebensraum zu berichten.
An vielen Übergängen in den Nationalpark gibt es ein System von Infopavillons,
Infotafeln und Karten, Lehrpfaden, die der Gast nutzen kann.
Weitere Informationen über naturkundliche Angebote in allen Nationalpark-Informationszentren und bei der
Die Hansestadt und Hafenmetropole Hamburg ist der reizvolle Startpunkt für Ihre Tour entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Anfangs werden Sie jedoch von der Nordsee noch nicht viel zu Gesicht bekommen. Zu Beginn ist erst einmal die Elbe Ihre Begleiterin. Hinter Hamburg kommen Sie über Blankenese und Wedel in das moderne und interessante Elmshorn und gelangen dann in der Folge in das bezaubernde Städtchen Glückstadt. Von dort aus geht es dann weiter durch die Wilstermarsch nach Brunsbüttel, eine Stadt geprägt von ihrer Lage direkt am Nord-Ostsee-Kanal.
Der Nordseeküsten-Radweg verläuft in diesem Teilabschnitt vor allem auf ruhigen Landstraßen, straßenbegleitenden Radwegen oder asphaltierten Deichwegen.
Sie tauchen nun immer tiefer in die Küstenlandschaft Dithmarschen ein. Hinter Brunsbüttel entschwindet die Elbe endgültig in die Nordsee, Sie treffen auf der Hauptroute erst beim Meldorfer Hafen auf die Küste. Am reizvollen Nordseebad Büsum vorbei kommen Sie anschließend über das Eidersperrwerk zum nächsten Höhepunkt der Tour, auf die Halbinsel Eiderstedt mit dem bekannten Badeort St. Peter Ording. Es erwarten Sie viel Strand, zahlreiche Leuchttürme und gute frische Nordseeluft. Endstation dieser zweiten Etappe ist das sehenswerte Städtchen Husum.
Die Hauptroute erweist sich von der Streckenführung abwechslungsreich: ruhige Landstraßen, asphaltierte Radwege und rund um St. Michaelisdonn erwarten Sie sogar ein paar Steigungen und wenn Sie Lust haben ein unbefestigter Mountainbike-Pfad. Der Ausflug in Küstennähe hingegen weist keine Überraschungen auf, sondern ausschließlich ruhige Landstraßen und Deichwege.
Viel Nordsee, Badestrände, Kultur und schöne Landschaft finden Sie auch auf diesem letzten Streckenabschnitt des schleswig-holsteinischen Nordseeküsten-Radweges. Über Nordstrand fahren Sie immer am Deich entlang ins Nordseebad Dagebüll. Von hier führt die Route wieder etwas ins Landesinnere und verläuft über Niebüll weiter gen Norden in Richtung der dänischen Grenze. In Seebüll erfreuen die farbenfrohen Gemälde des Emil Nolde nicht nur den Kunstbegeisterten, ein gelungener Abschluss Ihrer Radreise entlang der deutschen Nordseeküste. Informationen zu den Inseln Amrum, Föhr und Sylt finden Sie im nächsten Abschnitt.
Wie bisher verläuft der Nordseeküsten-Radweg auf ruhigen Landstraßen und asphaltierten Deich- und Radwegen. Ganz selten müssen Sie für ein kurzes Stück auf Straßen mit mäßigem Verkehrsaufkommen ausweichen.
Die Inseln Föhr, Amrum und Sylt werden von der Routenführung des Nordseeküsten-Radweges nicht berührt. Da die Inseln jedoch ein wichtiger Bestandteil der schleswig-holsteinischen Nordseeküste sind haben wir für Sie auf den folgenden Seiten Informationen zu den Inseln zusammengestellt. Auch Karten mit Ausflugsrouten finden Sie hier, damit Sie Nordsee pur auf den bezaubernden Inseln genießen können: Strand, Meer, Sonne (hoffentlich), Wind, Dünen und viel, viel Ruhe und Erholung.
Die aktuellsten Informationen zur Anreise auf die Inseln erhalten Sie am Besten beim Nordsee-Tourismus-Service (Adresse s. Einleitung) oder bei den Tourist-Informationen von Amrum, Föhr und Sylt (s. die folgenden Seiten). Im Übernachtungsverzeichnis finden Sie ebenso Adressen von Unterkünften auf den drei Inseln.