Via Sacra - Wiener Wallfahrerweg
Auf traditionellen Pilgerpfaden von Wien nach Mariazell
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| 176 Seiten | |||||
| Länge: 120 km | |||||
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung![]() |
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| 978-3-85000-518-0 | |||||
| Preis: € 13,90 | |||||
Via SacraDer Legende zufolge sendete im Jahre 1157 das Kloster Lambrecht den Mönch Magnus aus, die Seelsorge in der Mariazeller Umgebung zu übernehmen. Mit Erlaubnis des Abtes durfte er seine selbst angefertigte Marienstatue auf den langen Marsch mitnehmen. An einem Abend seiner Wanderung versperrte dem Mönch plötzlich ein Felsen seinen Weg. Nach einem Gebet an die Muttergottes spaltete sich der Felsen und gab einen Weg frei. Am Ziele angelangt, stellte er die Statue auf einen Baumstumpf, und begann sich seine Zelle zu bauen, die ihm als Kapelle und Wohngemach diente. Der Baumstumpf, auf dem die Marienstatue stand, ist noch heute in der Basilika in Mariazell aufbewahrt.Eine romanische Kapelle als Dank seiner Heilung ließ Markgraf Heinrich von Mähren im Jahre 1200 errichten, dem wegen seiner Gichterkrankung geraten wurde, nach Mariazell zu pilgern. Mit diesem Prominenten als Vorbild begann langsam das Pilgern nach Mariazell einzusetzen, das einherging mit den unterschiedlichsten Erzählungen von Wundertaten und Genesungen. Einen großen Einfluss auf die Beliebtheit von Mariazell als Ort der Wallfahrt hatte die Spende des Königs Ludwig I von Ungarn, der als Dank einer siegreichen Schlacht ein wertvolles Madonnenbild stiftete und so den Ansturm von ungarischen Pilgern förderte. Zusätzlich dürfte dieses Ereignis auch Auslöser für den Bau der gotischen Kirche gewesen zu sein. 1399 gewährte Papst Bonifax IX. einen vollkommenen Ablass in der Woche nach der Oktav von Mariae Himmelfahrt und ließ damit für viele Jahrzehnte den Pilgerstrom anwachsen. Einer der Begründer für das organisierte Wallfahrtswesen war der Dompropst von St. Stephan in Wien, der 1587 die Wallfahrt nach Mariazell als Maßnahme zur Gegenreformation unternahm. 1599 sollen bereits mehr als 23.000 Personen unter seiner Leitung (nunmehr als Bischof) nach Mariazell gezogen sein. Im Laufe der Zeit wurde das Wallfahrtswesen stärker durchorganisiert, die Halte zum Gebet in den einzelnen Kirchen wurden termingenau festgelegt und immer von einem Priester oder Vorbeter begleitet. Für die übliche Wallfahrt von Wien nach Mariazell waren drei Reisetage vorgesehen, erster Tag bis Kaumberg, zweiter bis Annaberg und am dritten bis Mariazell. Den Namen „Via Sacra“ hat der Soziologe und Vizebürgermeister von Wien, Ernst Karl Renner, aufgebracht, der 1923 die alte Pilgerstraße von Wien nach Mariazell bewanderte und in höchstem Maße darüber schwärmte und es als Symbol der Rückkehr zur Natur, dem bescheidenen Leben und dem Protest gegen die Technik bezeichnete. Der Titel des Buches „die heilige Straße“, im lateinischen via Sacra, prägte dann die Benennung dieser Strecke von Wien nach Mariazell. Aufgrund des Ausbaus und der Asphaltierung der Straßen, der mit der zunehmenden Motorisierung in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts einherging, war der damaligen Pilgerweg zum Wandern und Pilgern kaum mehr benutzbar und geriet in Vergessenheit. 1975 wurde vom Alpenverein im Zuge der Schaffung eines Weitwanderwegenetzes eine Art alpine Variante des Wallfahrerweges geschaffen, die als Markierung 06 weitgehend verkehrsfrei über die Wiener Alpen verläuft. Im Zuge des in letzter Zeit immer stärker populär gewordenen Pilgerwesens hat das Regionalmanagement Niederösterreich eine Strecke entwickelt, die zwar entlang der traditionellen Pilgerorte verläuft, aber sonst so weit wie möglich die Bundesstraße meidet. Gemeinsam mit dem Weitwanderweg 06, der nun als Wiener Wallfahrerweg bezeichnet wird, entstand so ein einheitlich markiertes Wegenetz, das den Wanderer in 120 bis 130 Kilometern von Wien nach Mariazell führt. Allen Wegvarianten ist gleich, dass sie durch ein kulturell besonders reiches Land führen, und Spuren des Wallfahrtswesens vergangener Jahrhunderte überall existent sind. Die historische PilgerstreckeDer Pilger anno dazumal begann den Weg nach Mariazell außerhalb der Wiener Stadtmauer, bei der Kirche zu den heiligen Schutzengeln, auch Paulanerkirche genannt. Über Matzleinsdorf ging es hinauf auf den Wienerberg, an der Säule Spinnerin am Kreuz vorbei und wieder hinab in die weite Ebene, die bis zur Wallfahrtskirche nach Maria Enzersdorf am Gebirge führte. An der Burg Liechtenstein vorbeiwandernd kamen die Pilger zum Urlauberkreuz, bei dem sie sich häufig von noch mitgegangenen Verwandten oder Freunden verabschiedeten. Die Bezeichnung Urlauberkreuz steht für jene Wegkreuze, bei denen sich die Menschen beurlaubten, vom Alltag Abschied nahmen, wie dies bei Wallfahrten auch der Fall ist.Da heute, im 21. Jahrhundert, die Strecke von der nur noch in Bruchstücken existierenden Wiener Stadtmauer bis nach Maria Enzersdorf eine der am stärksten befahrenen Bundesstraßen Österreichs geworden ist, sei dem heutigen Pilger dieser Beginn nicht angeraten. Der offiziell markierte Wegverlauf der Via Sacra führt vom Urlauberkreuz weg. Es ist jedoch auch möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Maria Enzersdorf zu fahren und von dort auf einer beschriebenen, aber nicht markierten Strecke über die Wallfahrtskirche und an der Burg Liechtenstein vorbei bereits hier den Spuren der historischen Wallfahrer zu folgen. StreckencharakteristikLänge, Höhenmeter und EtappenEs gibt zwei markierte Hauptrouten, die von Wien nach Mariazell führen. Während die Via Sacra vorwiegend in Tälern entlang der traditionellen Routen verläuft, wandern Sie am Wiener Wallfahrerweg mitten durch den Wienerwald und die Wiener Alpen. Es gibt mehrere Verzweigungen, bei denen ein Wechsel von der einen Wegvariante zur anderen möglich ist. Einerseits ist es daher unbedingt notwendig, dass Sie sich bereits im Vorhinein Ihre Wegstrecke grob überlegen, andererseits ist es damit möglich, sich die Strecke nach den eigenen Interessen und Wegbeschaffenheiten einzuteilen. Beide Strecken weisen eine Länge von 110-130 Kilometern auf, knapp 4.000 Höhenmeter müssen auf der Gesamtstrecke bewältigt werden.Da weite Strecken der Via Sacra entlang asphaltierter Radwege geführt werden, verlaufen fast 48 % der gesamten Wegstrecke auf Hartbelag. Wenn Ihre Füße asphaltresistent sind, winkt zur Belohnung der Besuch vieler kultureller Kleinode. Grundsätzlich empfehlen wir, unbedingt eine zusätzliche Nacht in oder kurz vor Mariazell einzuplanen, so dass Ihnen genug Zeit bleibt, Ihre Ankunft in Mariazell zu genießen und auch mit der Seele anzukommen. Während unserer Wanderung auf der Strecke haben wir zu viele Pilger kennen gelernt, die bereits während der Wanderung der letzten Etappe bereuen, die Rückfahrt von Mariazell am späten Nachmittag schon gebucht zu haben und so neben der Wanderhektik kaum oder gar keine Zeit für eine Pause oder besinnliche Stunde in der Basilika bleibt. Wer sich die Zeit für 5 Wandertage gönnt, sollte sich unbedingt auch die Zeit für einen Belohnungstag nehmen. Etappen auf der Via SacraNach Heiligenkreuz führen am ersten Tag sowohl die Startetappe der Via Sacra, die an der Gemeindegrenze Maria Enzersdorf/Hinterbrühl beginnt, als auch der Wiener Wallfahrerweg, der von Wien Rodaun oder Perchtolsdorf startet. Diese Etappe 1 weist eine ungefähre Weglänge von 16 Kilometern auf, und kann daher auch mit einer Anreise am selben Tag kombiniert werden. Da die Übernachtungsmöglichkeiten im Stift beschränkt sind, ist auch das Übernachten in den Dörfern davor bzw. kurz danach in Mayerling, Alland oder mit zwei weiteren Gehstunden in Holzschlag oder am Peilstein durchaus überlegenswert.Die Etappe 2 führt den Wanderer, der von Heiligenkreuz auf der Via Sacra startet, entweder auf 28 Kilometern über den Wallfahrtsort Klein-Mariazell nach Kaumberg. Diese weite Strecke lässt sich leichter bewältigen, indem man entweder am Vortag erst hinter Heiligenkreuz übernachtet, oder den fünf Kilometer kürzeren, aber fast vollständig asphaltierten Talweg über Altenmarkt an der Triesting wählt. Auf der Etappe 3 gehen Sie zunächst 280 Höhenmeter hinauf zur Araburg. Kurz hinter der Araburg müssen Sie sich entscheiden, ob Sie den Kaumberg besteigen und damit die weitere Strecke bis Mariazell am Wiener Wallfahrerweg zurücklegen wollen, oder ob Sie der Via Sacra folgen wollen. Die Pilger des heiligen Weges geniessen eine wundervolle Wiesenwanderung am langgezogenen Bergrücken, ehe es bergab nach Hainfeld geht. Der Rest der insgesamt 21 Kilometer langen Strecke bis nach St. Veit ist beinahe eben, aber dafür asphaltiert. Die Etappe 4 führt Sie von Traisen nach Türnitz. Der beschriebene Weg kürzt die Talvariante über den Rücken des hohen Staffs und den Rücken des Vorderebens ab, in 12 km und mit 600 Anstiegshöhenmetern erreichen Sie Lilienfeld. Die weitere Strecke verläuft danach großteils auf dem asphaltierten Radweg im Tal. Für die Etappe 5 haben Sie in Türnitz zwei Wahlmöglichkeiten. Entweder wandern Sie auf der 33 Kilometer langen traditionellen Pilgerstrecke über die heiligen Berge Annaberg, Joachimsberg und Josefsberg, oder Sie wählen die als Etappe 6 beschriebene Tour durch die Falkenschlucht und erreichen nach gesamt 31 Kilometern Mariazell. Die traditionelle Pilgerstrecke über die heiligen Berge führt Sie zunächst auf beinahe 12 Kilometern auf der asphaltierten und verkehrsreichen Bundesstraße nach Annaberg. Verkehrsscheuen Wanderern empfehlen wir, entweder auf dieser Strecke auf den Bus auszuweichen oder die in Etappe 6 gezeigte, aber unmarkierte Variante über die Falkenschlucht und die Ebenbaueralm nach Annaberg zu wählen. Alle Pilger, die damit auf eine geplante Wegstrecke von 33 oder mehr Kilometern kommen würden, sollten eine Übernachtung in Mitterbach vorsehen und dann am nächsten Morgen frisch und ausgeruht die letzten zwei Wanderstunden nach Mariazell geniessen. Etappen am Wiener WallfahrerwegIm Buch ist der Wiener Wallfahrerweg ab der Etappe 7 beschrieben, und der Wanderer startet entweder am Rande von Wien, in Rodaun, oder in der angrenzenden Gemeinde Perchtoldsdorf, und gelangt nach 15 Kilometern – wie bei der Via Sacra – nach Heiligenkreuz. Auch den Wanderern des Wiener Wallfahrerweges raten wir, für das Nachtquartier die umliegenden Orte in Betracht zu ziehen. Sportliche Personen mit mehr Kräften und Kondition könnten auch die 10 Kilometer bis zur Peilsteinhütte oder sogar darüber hinaus einplanen.Die hier beschriebene Etappe 8 verläuft zunächst von Heiligenkreuz bis ins 8,5 Kilometer entfernte Holzschlag. Hier gabelt sich die offizielle Markierung des Wiener Wallfahrerweges: auf einem Ast wandert der Pilger auf derselben Strecke wie die Via Sacra nach Kaumberg, bei der Araburg verläßt er die Markierung der Via Sacra und steigt am Wiener Wallfahrerweg auf das Kieneck. Diese Wegvariante ist im Buch bei der Via Sacra, Etappen 2 und 3 beschrieben. Wanderer, die den anderen Ast bevorzugen, wandern zunächst von Holzschlag weitere 140 Höhenmeter steil hinauf auf das Peilsteinhaus. Über Neuhaus geht es hinab ins Triestingtal nach Weißenbach und schließlich flach Richtung Furth, wo in Schromenau (Furth) nach insgesamt 26 Kilometern (von Heiligenkreuz) die Etappe endet. Fixpunkt der Etappe 9 ist die Unterberg-Schutzhütte, die entweder über das steile Kieneck (16,5 Kilometer Weglänge, 1.000 Anstiegshöhenmeter) oder den langen Steinwandgraben (19 Kilometer Weglänge, 1020 Anstiegshöhenmeter) zu erreichen ist. Weitere 10 Kilometer führen den Wanderer auf 440 Abstiegshöhenmeter ins Tal und dann nach Rohr im Gebirge, wo eine Übernachtung anzuraten ist. Auf der Etappe 10 gelangt der Wanderer über den Sattel der Kalten Kuchl ins Tiefental, am Ende des Tales muss der Sattel des Tettenhengstes gequert werden, um dann durch liebliche Landschaft nach St. Aegyd am Neuwalde zu gelangen, wo diese Etappe nach 21 Kilometern endet. Die Etappe 11 führt nach Mariazell, wobei zuerst noch das Gscheid zu überwinden ist. Da die Hauptroute entlang der Unrechttraisen einen Streckenabschnitt aufweist, der bei Schlechtwetter sehr rutschig werden kann, kann man alternativ auch auf einem vollständig asphaltierten Radweg über Kernhof auf das Gscheid gelangen. Nach dem Krumbachsattel hat der Wanderer insgesamt 500 Anstiegshöhenmeter hinter sich, nun geht ein Forstweg kontinuierlich bergab und kommt schließlich am malerischen Hubertussee vorbei. Um zum Schluss nach Mariazell zu gelangen, muss die letzte Hürde, der Habertheuersattel mit 220 Anstiegshöhenmeter überwunden werden. Viele Pilger scheuen sich jedoch vor dem letzten Anstieg, und wandern lieber entlang der Walster auf der längeren Strecke, die noch dazu vollständig asphaltiert ist. Ein letzter Anstieg bleibt aber auch diesen Pilgern nicht erspart. Damit ist nun nach insgesamt 28 Kilometer (über den Habertheuersattel) die Basilika von Mariazell erreicht, und einem Belohnungstag in Mariazell steht nichts mehr im Wege. Wegweisung, AnforderungenDer gesamte Weg ist in der Richtung von Wien nach Mariazell mit gelben Wegweisern versehen, die das Via Sacra-Bildlogo tragen. Zusätzlich ist ein Schriftzug angebracht, der entweder mit Via Sacra oder Wiener Wallfahrerweg beschriftet ist. Achten Sie bitte auf die unterschiedliche Markierung der Via Sacra-Rundwanderwege, die ebenso das Logo aufweisen, aber zusätzlich mit Rundwanderweg beschriftet sind. Diese Wege sind kurze Rundtouren, führen aber zumeist nicht Richtung Mariazell!Die Wege auf der Via Sacra und dem Wiener Wallfahrerweg sind meist gut zu begehen und nie ausgesetzt, einzelne Abschnitte können aber etwas verwachsen sein. Kürzere Steilstücke kommen im Auf- und Abstieg immer wieder vor. Bei Nässe können einzelne Passagen etwas schwieriger werden, darauf wird im Text aber gesondert verwiesen. Auf beiden Wegen gibt es Teilstücke und Varianten, die auf Asphalt verlaufen, vor allem entlang von autofreien Radwegen. Diese eignen sich bei Nässe besser zum Gehen, sind aber anstrengender. Tourenplanung - InfostellenVia Sacra Beratung & Buchung, Adalbert-Stifter-Straße 4, 3250 Wieselburg, 07416/52191, Fax 07416/53087, www.viasacra.at |
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Reiseveranstalter und Informationsstellen:
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