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Donau-Radweg 5

Teil 5: Serbien, Rumänien, Bulgarien. Von Belgrad zum Schwarzen Meer

200 Seiten, 1:100000
Länge: 1400 km
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-446-6
Preis: € 13,90

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Höhenprofil

Der fünfte Teil unserer Donau-Radweg Reihe beginnt in Belgrad und endet in Rumänien am Schwarzen Meer. Mit einer Gesamtlänge von 2.845 Kilometern ist die Donau nach der Wolga (Gesamtlänge 3.534 Kilometer) zweitlängster Fluss bzw. Strom in Europa. Und der einzige, bei dem die Kilometrierung stromaufwärts gemessen wird.

Die Donau und ihre Bedeutung

Für die Römer bildete die Donau fast über die gesamte Länge die Grenze zu den heidnischen Völkern im Norden. Sie diente aber auch für die stromabwärts gelegenen Provinzen als Versorgungskanal und für Truppentransporte. Erst zu Beginn des 2. Jahrhunderts gelang es den Römern, die Donau nach dem Bau der Traian-Brücke bei Drobeta Turnu-Severin nach Dakien hinein zu überschreiten und ihr Hoheitsgebiet bis hierher auszuweiten. Die neueroberte Provinz Dakien verloren sie jedoch gegen Ende des 3. Jahrhunderts wieder.
Im 9. Jahrhundert benutzte das asiatische Hirtenvolk der Magyaren die Donau, sie drangen auf ihrer Wanderung bis in das heutige Ungarn vor. Gemeinsam mit der hier ansässigen slawischen Bevölkerung begründeten sie die heutige ungarische Nation.
Die Heere der ersten Kreuzzüge im 11. Jahrhundert nutzten die Donau zu Transportzwecken von Regensburg bis nach Belgrad. Mehr als dreihundert Jahre später fuhren türkische Armeen stromaufwärts auf ihrem Feldzug durch Südosteuropa. Wieder wurde der Fluss für Truppen und Verpflegung genutzt. Die Donau ermöglichte ein rasches Vorwärtskommen und bald schon entbrannten die ersten Schlachten um Belgrad. Im Jahre 1521 wurde die Stadt vom osmanischen Heer erobert, welches 1526 in der Schlacht bei Mohács das ungarische Königreich zerstörte. König Ludwig II. starb in der Schlacht und Ungarn fiel den Habsburgern zu – die Geburtsstunde der Donaumonarchie.
Auf ihrem Weg der Zerstörung und Eroberung standen die Türken drei Jahre später vor den Toren Wiens, konnten aber zurückgeschlagen werden. In den nächsten Jahrhunderten wurden die Türken allmählich von Österreich-Ungarn zurückgedrängt, blieben jedoch neben Österreich bis zum Verlust der Balkangebiete (russisch-türkischer Krieg 1768-1774, Balkankriege 1912-1913) weiterhin politisch bedeutend.
Die Donau war indessen in wirtschaftlichen und militärischen Belangen von äußerster Bedeutung. Sie trennte aber auch in politischer, kultureller und religiöser Hinsicht das Morgen- vom Abendland.
Für Millionen Menschen ist sie Trinkwasserlieferant, hauptsächlich in Deutschland und Rumänien. Große wirtschaftliche Bedeutung hat die Donau auch für fünf Länder, welche mit Hilfe von Wasserkraftwerken Energie erzeugen. Das sind Deutschland, Österreich, die Slowakei, Serbien und Rumänien. Der Bau der Kraftwerke bedeutet aber auch einen massiven Eingriff in die Natur. Sie verändern den Flusslauf, die Fließgeschwindigkeit, verhindern die Überflutung ökologisch wichtiger Auwälder und nicht zuletzt bedeuten sie unüberwindbare Hindernisse für Fische.
Seit ewigen Zeiten dient die Donau als Transportweg für Waren und Menschen. Sie ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Stromaufwärts konnten Schiffe nur durch Treideln vorankommen – Menschen, Pferde, später auch Lokomotiven zogen die Schiffe vom Ufer aus an einer langen Leine. Dies hatte im Jahr 1812 ein Ende, als das erste Donaudampfschiff seinen Betrieb aufnahm.
Im 19. Jahrhundert waren auch sogenannte Kettenschiffe auf der Donau unterwegs. Dabei zogen sich Schiffe mit Hilfe von Dampfmaschinen an einer in der Fahrrinne verlegten und verankerten Kette flussaufwärts.
Schiffbar ist die Donau ab Kelheim durchgehend bis Sulina am Schwarzen Meer. Durch den Main-Donau-Kanal gibt es sogar eine Verbindung bis zur Nordsee. Das Befahren der Donau ist Schiffen aller Flaggen erlaubt. Dies wurde zuletzt bei der Belgrader Konferenz im Jahr 1948 neuerlich festgelegt.
Wirtschaftliche Bedeutung hat die Donau auch als Weinanbaugebiet. Hier vor allem in Österreich und in Ungarn. Vom Fischfang leben heute nur mehr wenige Menschen, außer im Donaudelta, wo die Fischerei noch immer einen hohen Stellenwert hat.
Wichtig ist der Fluss auch für den Tourismus. Nicht nur Naturparks und geschützte Donauauen, sondern auch viele sehenswerte und berühmte Ausflugsziele säumen die Ufer der Donau. All die Schönheiten können auch auf einer Flusskreuzfahrt bewundert werden. Die am meisten befahrene Strecke hier ist jene zwischen Wien und Budapest. Es gibt aber auch die Möglichkeit, von Passau bis ins Donaudelta zu fahren.
Die Donau lebt nicht nur in unzähligen Erzählungen, Sagen und Märchen. Sie wurde auch von vielen Dichtern und Schriftstellern besungen und verherrlicht. Für immer unvergesslich machte Sie jedoch Johann Strauß Sohn mit seinem 1867 komponierten Donauwalzer „An der schönen blauen Donau“.

Allgemeines zur Radtour

Detaillierte Informationen für Ihre Reisevorbereitungen, beziehungsweise als Einstimmung auf den Donau-Radweg in Serbien, Bulgarien und Rumänien erhalten Sie unter www.donau-info.org.
Bei der vor Ihnen liegenden abenteuerlichen Reise radeln Sie zuerst durch Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, und haben die Möglichkeit die historische Belgrader Festung sowie den Kalemegdan zu besichtigen. Anschließend wartet einer der größten Höhepunkte dieser Tour auf Sie – der Donaudurchbruch mit seiner engsten Stelle, dem darauf folgenden weiten Kessel und dem Eiserne Tor. Die steil aufragenden Felsen, die der Donau auf diesem Abschnitt Ihren Weg aufzwingen, bilden eine äußerst imposante Kulisse. Zirka 150?Meter nach der engsten Stelle des Donaudurchbruches dehnt sich die Donau aus und nimmt das Erscheinungsbild eines weitläufigen Sees an. Diese Stelle wird der Kessel genannt. Der gewaltiger Damm bei Sip, der Djerdap 1, auch Eisernes Tor genannt, staut die Donau bis mehr als 140?Kilometer zurück auf. Das gigantische Kraftwerk produziert Strom für Rumänien und Serbien, riesige Schleusenanlagen ermöglichen Kreuz- und Frachtschiffe Ihren Weg zum Schwarzen Meer. Der gesamte Bereich um den Donaudurchbruch wird auch Nationalpark Eisernes Tor (oder auf serbisch „Nacionalni park Derdap“) genannt. Der letzte Abschnitt in Serbien führt Sie hauptsächlich durch landwirtschaftliches Gebiet und Weinregionen mit zahlreichen kleinen und ursprünglichen Ortschaften.
Noch immer staunend ob der einzigartigen Kulisse treffen Sie in Bulgarien ein, das sich mit seiner sanften Hügellandschaft von einer ganz anderen Seite präsentiert.
Bis an den Horizont reichende Felder, einsame Dörfer und versteckt liegende Klöster prägen das Bild. Bulgarien besticht aber nicht nur durch seine wunderschöne und besinnliche Landschaft, sonder auch durch sein kulturelles Erbe. In den Großstädten mischen sich östliche und westliche Einflüsse sowie Traditionen und Kulturen. Ein äußerst sehenswertes Beispiel dafür ist die Stadt Ruse, in der Sie unbedingt einen längeren Zwischenstopp einplanen sollten. In Rumänien dem weiten, endlos scheinenden Land, teilen Sie die Straße in erster Linie mit Pferdefuhrwerken, Gänsen sowie Rinder- und Schafherden. Immer wieder treffen Sie auch auf das „Fahrende Volk“. Sinti oder Roma mit ihren Planwagen sind hier noch genauso mit all ihren Habseligkeiten unterwegs wie vor hunderten von Jahren. Nach vielen, vielen Kilometern erreichen Sie die Grenzstadt Silistra und kurz darauf die Ortschaft Ion Corvin, wo sich die Hauptroute in zwei Varianten aufteilt. Entweder Sie nehmen den direkten Weg ans Schwarze Meer und fahren über Constan?a, das Sie mit südländischem Flair begrüßt, nach Tulcea, oder Sie setzen Ihre Tour an der Donau entlang fort, und gelangen über Gala?i in die Hafenstadt Tulcea. In Constan?a ist ein kurzer Stopp am Sandstrand, und ein kühlender Sprung in das so herbeigesehnte Schwarze Meer ein Muss. In Tulcea sollten Sie einen längeren Aufenthalt einplanen, und mit einem der zahlreichen Ausflugsschiffe nach Sulina zum Kilometer 0 fahren. Auf der Fahrt durch das Naturschutzgebiet Donaudelta können Sie die wunderbare und vielfältige Vogelwelt beobachten und unter Umständen auf die berühmten Pelikane treffen.
An dieser Stelle sei betont: nicht nur auf Grund der Länge der Radtour ist diese Reise nur für konditions- und nervenstarke Fahrer geeignet. Viel Verkehr in den Großstädten, lange einsame Strecken sowie teilweise größere Steigungen müssen überwunden werden. Durch die Großstädte haben wir versucht für Sie den einfachsten aber nicht den verkehrsärmsten Weg zu wählen.
Auch die Tatsache, dass Sie vielleicht das ein oder andere Mal zelten müssen, darf Sie nicht abschrecken. Vor allem in Rumänien kann sich die Suche nach einer geeigneten Unterkunft streckenweise schwierig gestalten.

Streckencharakteristik

Länge

Die Gesamtlänge des Donau-Radweges Teil?5 beträgt rund 1.400 Kilometer. Varianten und Ausflüge sind dabei ausgenommen. Der Donau-Radweg ist Teil der „Eurovelo-Route?6“.

Wegequalität & Verkehr

Der Donau-Radweg 5 verläuft größtenteils auf mehr oder weniger gut asphaltierten Bundes- bzw. Landstraßen, die Sie sich mit unterschiedlichsten Verkehrsteilnehmern teilen. So ist es zum Beispiel keine Besonderheit, wenn Ihnen streckenweise mehr Pferdefuhrwerke und freilaufende Tiere als motorbetriebene Fahrzeuge entgegenkommen. Mit sehr hohem Kfz-Verkehr werden Sie allerdings in den Einzugsgebieten von größeren Städten, vor allem um Belgrad und Constan?a, konfrontiert. Außerhalb der Großstädte radeln Sie aber immer wieder über lange Strecken auf ruhigen Landstraßen mit sehr geringem Verkehrsaufkommen dahin.
Mit starken Steigungen müssen Sie vor allem in Serbien und Rumänien im Bereich des Donaudurchbruches rechnen. Auch zwischen Calarasi (Rumänien) und Constanta (Rumänien) gilt es einige Höhenmeter zu überwinden. Der übrige Teil der rumänischen Strecke verläuft dafür sehr flach. Auf der bulgarischen Seite der Donau müssen Sie zwar keine größeren Steigungen bewältigen, allerdings führt Sie die Radtour hier größtenteils durch eine sehr hügelige Landschaft, wodurch sich ein ständiges Auf und Ab ergibt.

Beschilderung

Die Route ist in Serbien komplett, in Bulgarien zur Zeit nur zwischen Vidin und Nikopol beschildert. In Rumänien fehlt die Beschilderung auf der ganzen Strecke. Die vorhandenen Schilder sind blau, in Serbien mit der Aufschrift „Dunavska ruta“ und „Donauradweg“ versehen, in Bulgarien mit „Danube velo route“. In beiden Länder werden Sie zusätzlich die „Eurovelo-Route 6“ Kennzeichnung auf den Schildern finden.

Tourenplanung

Wichtige Telefonnummern:

Internationale Vorwahl für:
Serbien 00381
Bulgarien 00359
Rumänien 0040

Zentrale Infostelle

www.donau-info.org

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